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Maria Ward
Maria Ward (1585 - 1645) gründete den Orden der
heutigen Maria-Ward-Schwestern, die Congregatio Jesu, mit einer richtungweisenden Botschaft für
damals und heute. Seit der Gründung lebten die
Schwestern nach den ignatianischen Grundsätzen, von einer
Generaloberin geleitet. Maria Ward suchte nach dem Auftrag Gottes
für ihr Leben und stellte sich in der Mädchenerziehung und
verschiedenen seelsorglichen Aufgaben in seinen Dienst. Rasch fand
das Wirken der Schwestern in der Mädchenerziehung hohe Anerkennung.
Mädchen zu "tüchtigen Frauen", zu engagierten, verantwortungsvollen Frauen zu erziehen und Werte
zu vermitteln, die für die verantwortungsbewusste Gestaltung des
Zusammenlebens der Menschen in Familie, Kirche, Staat und
Gesellschaft unabdingbar sind, das war und ist stets aktuell, das
war und ist in immer neuer Weise Aufgabe und Herausforderung für
eine Schule, die nach Maria Ward
benannt ist.
Leben
Mary Ward
war eine mutige und weitblickende Frau. Als Tochter einer Familie
katholischer englischer Landedelleute wuchs sie in einer Zeit der
Glaubensspaltung, Zerrissenheit und Gewalt auf. König Heinrich VIII. (1509
– 1547) wollte eine eigene englische Kirche – unabhängig vom Papst. Seine
Tochter Elisabeth I. (1534 – 1603) ging mit Gewalt gegen diejenigen vor,
die katholisch blieben. Die Katholikin Mary Ward wollte ganz Gott und den
Menschen dienen. Dazu musste sie ihre Heimat verlassen. Marys Weg führte
zunächst in das Kloster der Klarissinnen in St. Omer in Flandern.
Doch sie
erkannte bald, dass Gott „etwas Anderes“ mit ihr vorhatte. Sie war
berufen, die Kirche durch eine Gemeinschaft von Frauen zu bereichern,
die ihren Dienst für Gott und die Menschen nicht in Weltabgeschiedenheit,
sondern voller Gottvertrauen in Verkündigung, Glaubensstärkung und der
damals noch keineswegs selbstverständlichen Bildung für Mädchen und
Frauen selbstbewusst leben wollten. Manche in der damaligen Kirche
erkannten diese Notwendigkeit nicht, anderen fehlte es an Mut und
Weitblick. Nach raschem Aufblühen der Gemeinschaft an vielen Orten
Europas musste Mary Ward erleben, wie ihr Institut durch die Kirche
aufgehoben wurde. Sie selbst wurde des Irrtums in Glaubensfragen
angeklagt. Obwohl schwer erkrankt, reiste sie mehrfach nach Rom, wo es ihr
gelang, die Zweifel an ihrer Rechtgläubigkeit zu zerstreuen. Doch ihr
Institut blieb verboten.
Mary
Wards Weg war steinig. Sie, die so viel unterwegs war und oft als Pilgerin
dargestellt wird, kam in der kirchlichen Anerkennung ihrer Sache kaum
einen Schritt weiter Erst 1749, 1877, 1909, 1978 und 2004 wurde Schritt
für Schritt, mehr und mehr anerkannt, was Mary Ward aus tiefem Glauben
und zur Erneuerung der Kirche gewollt und entwickelt hatte. Verzweifelt
ist sie, die „Gott in allen Dingen suchen und finden“ wollte, auf diesem
„weg-losen Weg“ nie. Viele gingen auf diesem Weg nach Mary Wards Tod
(1645) weiter. Seit 1701 auch in Mindelheim. Und als „Maria-Ward-Schülerin“
irgendwie ja auch DU...!
Worte
Als einmal Gefährtinnen Maria Ward für ihren Dienst gelobt wurden, sagte
ein einflussreicher geistlicher Würdenträger: "...der erste Eifer vergeht,
und alles in allem, sie sind doch nur Frauen!" Maria Ward
meinte dazu...
"Was soll der Ausdruck
'nur
Frauen' anderes bedeuten, als dass wir in allen Dingen einem
anderen Geschöpf, dem Mann wie ich annehme, nachstehen. Das
ist, wie ich zu sagen wage, eine Lüge; mit Rücksicht auf den guten
Pater will ich das Wort einen Irrtum nennen...
Es gibt keinen solchen Unterschied zwischen Männern und Frauen... Veritas Domini manet in aeternum - die Wahrheit des Herrn bleibt in
Ewigkeit. Es heißt nicht veritas hominis, die Wahrheit der Männer
oder der Frauen, sondern veritas Domini. Diese Wahrheit können
Frauen ebenso gut besitzen wie Männer. Misslingt es uns, so
geschieht es aus Mangel an dieser Wahrheit, aber nicht, weil wir
Frauen sind... Es gibt keinen solchen Unterschied zwischen Männern
und Frauen, der Frauen hindern könnte, Großes zu vollbringen, wie
wir am Beispiel der Heiligen sehen...
Ich hoffe zu Gott, dass man in Zukunft sehen kann, dass Frauen
Großes vollbringen."
Literatur
& Links
Köhler, Mathilde: Maria Ward Ein Frauenschicksal des17.
Jahrhunderts.
München (Kösel) 1984
Wetter, M. Immolata CJ: Mary Ward. Augsburg (Pattloch) 1991
Ritter, Rosi (Hrsg.): Mutig Welten erschließen. 300 Jahre Englische
Fräulein
in Mindelheim, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2001.
www.mariaward.de
Informationen über Maria Ward, das Wirken der Schwestern in
Geschichte und Gegenwart u. v. m. Unter anderem kann der Artikel von M. Immolata Wetter über Anna Claudia von Bernhausen,
der auch in "Mutig Welten erschließen. 300 Jahre Englische
Fräulein in Mindelheim" enthalten ist, gelesen werden...
Materialien
rund um Maria Ward hat auch der Bayerische Rundfunk für eine Sendung des
Schulfernsehens zusammengestellt.
Da gibt es noch einiges zu entdecken...
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